150 Teilnehmer beim ersten BITKOM Forum Open Source
Wolfgang Dorst | am 29. Juni 2012


„Von Android bis Zuse“ - unter dieses Motto stellte der BITKOM Arbeitskreis sein Forum Open Source am 26. Juni 2012 in der Kalkscheune in Berlin-Mitte. Das Wortspiel stellt zwar den chronologischen Verlauf der Entwicklung in der IT auf den Kopf, beschreibt aber die unterschiedlichen Perspektiven der Veranstaltung. Hochkarätige Referenten von Unternehmen wie Airbus und Bosch, Deutsche Telekom und IBM sowie Emlix, Sernet und Tarent und dem Bundesministerium des Inneren informierten über neueste Ansätze und Erfahrungen.

In ihren Vorträgen berichten die Referenten über den Einsatz von Open Source Software in der „Old Industry“. Open Source-Projekte in Unternehmen wie Airbus oder Bosch belegen, dass die in der Luftfahrt und dem Automobil- und Anlagenbau oft geforderte lange Dokumentierbarkeit am besten durch Open Source-Lizenzen gewährleistet werden kann. Langfristige Qualitätssicherung ist mit diesen Methoden ebenfalls besser machbar, wenn die Verfügbarkeit von Softwarequellen nicht vom einzelnen Hersteller-Unternehmen abhängt.

Der Vortrag des Bundesministerium des Inneren setzt sich offen und selbstkritisch mit dem Thema auseinander. Dabei geht es um offene Standards, deren Bedeutung über Open Source-Software hinausgeht. Für Bundespolitik und -verwaltung sollen Offene Standards ermöglichen die Bereitstellung von Interoperabilität ermöglichen.

Der Netzanbieter informiert in seinem Vortrag darüber, wie das Compliance-Management im Umgang mit unterschiedlichen Lizenzvarianten für Open Source Software geschickt in einer Offenen Plattform umgesetzt wird. Der Vortrag des Cloud-Anbieters beschreibt, wie die offene Entwicklung die Schaffung von Schnittstellen oder Standards erleichtert.

Zusätzlich zeigte ein Erfolgsbeispiel aus dem Mittelstand, wie Open Source Impulse für Wachstum gibt. Der Vortrag zu eher versteckter Open Source Software in Smartphones, Tablet-PCs und eingebetteten Systemen in Anlagen und Geräten zeigte, wie omnipräsent Open Source ist, ohne dass wir es merken. Alle Vorträge waren thematisch sehr spannend.

Die abschließende Podiumsdiskussion widmete sich zunächst der Frage was das Neuartige, was das andere an Open Source ist. Dabei bestätigten die Podiumsteilnehmer, dass heute das Open Source-Konzept gebraucht wird, um Innovation in der Software-Entwicklung möglich zu machen. Einen großen Teil des Publikums interessierte der Umgang mit Open Source-Lizenzen im gewerblichen Umfeld. Darum wurde diese wichtige Frage in der Diskussion noch einmal aufgegriffen. Die Teilnahme  des Publikums und die Diskussion auf dem Podium belegen, dass es wenig Widersprüchliches gibt. Die Open Source-Ökonomie ist auf der Nutzerseite bei Distributoren und bei Systemintegratoren angekommen, um Lösungen für den Endnutzer zu erstellen.

Folien und weitere Informationen: http://www.bitkom.org/de/veranstaltungen/71206_71744.aspx

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