Der langsamste Autodieb aller Zeiten
Gast | am 29. März 2011

Seit langem wird in der Szene diskutiert, welche Möglichkeiten sich aus der Vernetzung von Fahrzeugen und aus dem intelligenten Verkehrsnetz ergeben. Weniger Unfälle, weniger Parksuchverkehr, Stauvermeidung, CO2-Einsparung - der Nutzen scheint so vielfältig wie die Anwendungsmöglichkeiten. Da gibt es Spurhalteunterstützung, Abstands- und (Not-)bremsassistent, automatischer Notruf, Übermüdungs- und Aufmerksamkeitsdefiziterkennung, Kreuzungsassistent, Parkleitassistent, Totwinkelkontrolle, Alcolock, Hinderniserkennung, automatisierte Überwachung des Gegenverkehrs, Spiegel-Kamerasysteme mit digitaler Auswertungsunterstützung und Warnassistenz, Straßenvorausschau, Stauende-, Glätte-, und Einsatzfahrzeugwarnung, Verkehrszeichen- und Ampelassistent…

Aber wo viel Innovation ist, sind bekanntlich auch viele Bedenkenträger, die auf die Gefahren hinweisen. Schon lange wird daher darüber spekuliert, ob es bei soviel sicherheitsrelevanter Technik nicht auch zu Systemfehlern kommen könne und ob dann trotzdem der Fahrer haftbar zu machen wäre. Ob der Datenschutz auch wirklich immer sichergestellt sei. Und natürlich, ob solche High-Tech Autos nicht ein grandioser Spielplatz für die weltweite Hacker-Community wären. In solchen Gedankenspielen machen sich Jugendliche einen Spass daraus, fremde Autos unwillkürlich zu einer Vollbremsung zu bringen oder den Tacho vor einem Blitzautomaten zu manipulieren. Und viele, die schon länger im IT-Business sind denken insgeheim: Ja, zumindest theoretisch kann man das nicht völlig ausschließen.

Zum Glück gibt es Bedenkenträger, denn sie helfen den Herstellern Schwachstellen früh zu finden. Jeder Fahrzeug-, Geräte- und Anwendungshersteller ist gut beraten, seine Innovationen dieser schmerzvollen Kritik auszusetzen: Besser man erkennt die Gefahren vor der Markteinführung als danach.

Und zum Glück gibt es dann aber auch Tester. Denn ihretwegen haben wir es nun schwarz auf weiss: Man kann die Zentralverriegelung eines Autos mit einem Trojaner knacken! Aber wir wissen nun auch: Das dauert genau 20 Mannjahre - sofern man detailliertes Insiderwissen über die Fahrzeugelektronik hat und die Möglichkeiten einer Computerfakultät einer Uni in Kalifornien. 

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