Für ein intelligentes Netz im Gesundheitssektor
Dr. Pablo Mentzinis | am 06. Dezember 2011

Eine der großen Fragen unserer Zeit ist: Wie stellt sich Deutschland richtig auf den demographischen Wandel ein. Alle kennen mittlerweile den umgedrehten Weihnachtsbaum des Statistischen Bundesamtes. Weniger bekannt ist bisher, welche Fragen und Herausforderungen der demographische Wandel etwa für das Gesundheitswesen bringen wird. Diese Fragen wurden neben anderen Aspekten wie etwa den Auswirkungen der sogenannten Energiewende auf einem hochrangigen Podium anlässlich des sechsten IT-Gipfels der Bundesregierung diskutiert.

Mit der steigenden Anzahl an älteren Menschen steigt auch die Zahl kranker Menschen. Aber Hightech kann hier weiterhelfen. Ein gutes Beispiel liefert hier Diabetes mellitus, die sich zu einem Massenphänomen entwickelt hat. Allein in Deutschland sind 6,5 Millionen Menschen erkrankt, Tendenz stark steigend. Dabei hängt der Verlauf einer Diabetes-Erkrankung ganz wesentlich vom Verhalten des Patienten und einer gut abgestimmten, konsequenten Versorgung ab. Das Statistische Bundesamt veranschlagt den gesamtwirtschaftlichen Kostenunterschied zwischen gut „eingestellten“ Diabetikern und schlecht „eingestellten“ bei etwa 40 Milliarden Euro. Was kann die Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) zur gezielten Behandlung und zur Reduzierung der volkswirtschaftlichen Kosten beitragen? Thomas Ilka vom Bundesministerium für Gesundheit hierzu: „Intelligente Netze dienen dazu eine gute und vor allem bezahlbare Versorgung auch noch zum 26. IT-Gipfel im Jahr 2031 sicherstellen.“ Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des BITKOM, sieht die Nutzung Intelligenter Netze zur Überwindung von Ressort und Branchengrenzen.

Grundsätzlich gilt: Wir brauchen eine stärkere Vernetzung der Leistungserbringer im Gesundheitssystem. Krankenhäuser, Haus- und Fachärzte, Diätberater und Physiotherapeuten müssen enger zusammenarbeiten, um gerade bei chronischen Erkrankungen eine nachhaltig gesundheitsfördernde Lebensweise zu unterstützen, zugeschnitten auf die Situation des einzelnen Patienten. Das geht nur über eine moderne IT-Infrastruktur und telemedizinische Verfahren. Insbesondere bei Diabetes unterstützt die Telemedizin die Patienten und die behandelnden Therapeuten. Messgeräte erfassen Parameter wie Blutdruck, Blutzuckergehalt, Puls, Herzfrequenz, Gewicht oder Körperfettgehalt und senden diese Daten an ein telemedizinisches Zentrum, das den Patienten permanent betreuen kann. Beim Über- oder Unterschreiten von Grenzwerten können telemedizinische Systeme Alarm auslösen, der Langzeitverlauf der Erkrankung wird kontinuierlich erfasst. Die Patienten können entsprechend besser beraten und mit individuellen Therapieplänen behandelt werden. Damit werden schwerere Folgeerkrankungen und Klinikeinweisungen vermieden. Die Telemedizin hilft so dem Patienten und spart gleichzeitig noch Geld. Sie muss nur konsequent eingeführt und angewendet werden.

 

Zum Thema:
René Obermann (CEO Telekom AG) im Interview über Intelligente Netze.
Zum Video auf dem IT-Gipfelblog.

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