Rund 15 Milliarden Euro, wie die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik sagt – oder knapp 13 Milliarden Euro, wie der BITKOM vorher bekannt gab? Diese Frage wurde diese Woche sogar von Nachrichtenagenturen thematisiert. Dass zwei Verbände bei der Einschätzung eines Marktvolumens zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ist bedauerlich und ärgerlich, aber auch alltäglich.
Der banale Grund für die Abweichung von 2 Milliarden Euro: eine unterschiedliche Interpretation, was zu Unterhaltungselektronik gehört und was nicht; die zugrunde gelegten Marktzahlen der beiden Verbände kommen aus der gleichen Quelle, der GfK. Diese hat uns bestätigt, dass sie die gleichen Zahlen an beide Verbände geschickt hat. Für den BITKOM gehören zum Markt ausschließlich Consumer-Electronics-Produkte wie Flachbildfernseher, DVD-Player, Videokonsolen, Set-Top-Boxen, Video- und Digitalkameras etc. Die GfU hat eine erweiterte Definition: Sie zählt zusätzlich beispielsweise die Umsätze mit Konsolenspielen – aber nur die mit DVD und CD gekauften, nicht die Umsätze mit Downloads, und auch nicht mit PC-Spielen. Hier werden also willkürlich Inhalte und Produkte vermischt. Kann man machen, um den Kuchen etwas anzureichern, muss man aber nicht. Damit wäre schon mal eine Milliarde Abweichung erklärt. Externe Festplatten sind für uns IT-Produkte, keine Unterhaltungselektronik. Das erklärt weitere rund 450 Millionen Euro Unterschied. Solo-Wechselobjektive, sprich Fotolinsen, ordnen wir eher bei der Optik ein. Damit sind die 2 Milliarden Euro Unterschied weitestgehend erklärt. Wie gesagt: Die Datenquelle ist genau die gleiche. Welche Abgrenzung den Markt für Unterhaltungselektronik besser beschreibt, möge jeder selbst beurteilen.
BITKOM-Mitglieder im Bereich CE
Zudem gab es den öffentlichen Vorwurf, dass der BITKOM „nicht in der Branche drin“ sei. Diese Meinung ist eine sehr exklusive. Auch hier helfen Fakten, etwa ein Blick in unsere öffentliche Mitgliederliste. BITKOM-Mitglieder im Bereich Unterhaltungselektronik sind beispielsweise Apple, Amazon, Aupeo, Canon, Cisco, Deutsche Telekom, Epson, Facebook, Germany's Gold, Google, Hewlett-Packard, HTC, Huawei, Humax, Intel, LG, Microsoft, Nintendo, Panasonic, Samsung, SES, Sharp Electronics, Simfy, Sky, Sony, TechniSat, Telefónica, Vodafone…Bevor es zu lang und langweilig wird, breche ich die Liste an dieser Stelle ab.
Kleine Aufgabe, sollte Ihnen doch langweilig geworden sein: Suchen Sie doch mal die Mitgliedsliste der GfU im Netz.

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