Sicherheitsforschung – quo vadis?
Michael Barth | am 30. Januar 2012

In der letzten Woche hat die Bundesregierung den Rahmen für das zweite nationale Sicherheitsforschungsprogramm verabschiedet, der unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erarbeitet wurde. Neben den klassischen Gebieten der zivilen Sicherheitsforschung (u.a. Schutz und Rettung von Menschen und Schutz vor Pandemien) steht vor allem die Forschung zum Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die urbane Sicherheit im Vordergrund.

Auch die IT-Sicherheitsforschung, die bereits 2009 gemeinsam mit dem Bundesministerium des Inneren aufgesetzt wurde, soll weiter eine wichtige Rolle spielen. Besondere Interessenfelder sind hier weiterhin der Schutz von Internet-Infrastrukturen, die Analyse der Bedrohungslage und die eingebaute Sicherheit von IT-Systemen. Leider hat die IT-Sicherheit im aktuellen Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF keine Berücksichtigung gefunden, ganz im Gegensatz zu anderen, teilweise bereits stark geförderten Technologiebereichen (z.B. die Elektromobilität). Hier wäre eine stärkere Anerkennung der Querschnittsfunktion der IT-Sicherheit für nahezu alle Zukunftstechnologien wünschenswert.
Interessant ist auch, dass im Bereich der Ressortforschung das Bundesministerium der Verteidigung weiter keine Erwähnung findet, obwohl im Verteidigungshaushalt 2012 hierfür immerhin gut 920 Millionen Euro veranschlagt sind. Das macht es – auch vor dem Hintergrund der immer stärker werdenden Konvergenz ziviler und militärischer Sicherheitstechnologien – sicher nicht leichter, ressortübergreifend Synergien für die Sicherheitsforschung zu schaffen. 
 

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