US-Bürger geben 2012 erstmals mehr für Online-Filme als für physische Videodatenträger aus
Michael Schidlack | am 12. April 2012


Im Jahr 2012 erreicht die legale Nutzung von Paid-Content bei Online-Filmen in den Vereinigten Staaten mit etwa 3,4 Milliarden Abrufe bzw. Transaktionen ein neues Rekordniveau. Damit liegt die Nutzung von Paid-Content um etwa 1,0 Milliarden Abrufe höher als die bezahlte Nutzung von physischen Datenträgern. Diese wird 2012 von IHS mit nur noch etwa 2,4 Milliarden bezahlten Nutzungsvorgängen beziffert. Diese Daten wurden kürzlich im IHS Screen Digest Broadband Media Market Insight Bericht des Informations-und Analytik-Anbieters IHS veröffentlicht. Noch im vergangenen Jahr hatten physische Videoträger den weitaus größeren Anteil des Marktes mit 2,6 Milliarden Transaktionen oder Views beansprucht, verglichen mit „nur“ 1,4 Milliarden bezahlten Onlineabrufen.
 

Das physische Segment definiert IHS als Verkauf über den Einzelhandel und den Verleih von VHS, DVD und Blu-ray Discs (BD). Der Online-Anteil besteht aus dem elektronischen Verkauf (EST), der Nutzung von  Internet Video on Demand (IVOD) und der Nutzung von Video on Demand-Abonnements (SVOD).

Damit erreicht der Online-Video-Konsum in den USA über das offene Internet 2012 Wachstum von 135 Prozent. Der steile Wachstumstrend wird sich nach Auffassung der Analytiker von IHS auch in den kommenden Jahren fortsetzen, während physische Datenträger stagnieren oder weiter sinken.  "Das Jahr 2012 wird der letzte Nagel zum Sarg auf der alten Idee sein, dass die Verbraucher angeblich nicht akzeptieren, Premium Content über das Internet zu nutzen", sagte Dan Cryan, Senior Principal Analyst, Broadband & Digital Media bei IHS. "Tatsächlich ist das Wachstum im Online-Konsum vielmehr ein breiter Trend“. Cryn prognostiziert weiter, dass dieser Trend in Kürze alle anderen entwickelten Länder erfassen werde.

Die Schlüsselprodukte, die für den steilen Anstieg des Konsums von Online-Videos verantwortlich sind, sind die sogenannten „All-you-can-eat-Abo-Dienste“ wie Netflix und Amazon Prime, die den Kunden unbegrenzt Filme auf Abruf für eine monatliche oder jährliche Gebühr anbieten. Das Ergebnis ist, dass Abonnements im Jahr 2011 94 Prozent aller bezahlten Online-Film-Konsum in den Vereinigten Staaten ausmachten, verglichen mit nur 1,3 Prozent, die für den dauerhaften Eigentumserwerb über Online-Portale gekauft wurden.

Mehr Informationen zum Thema:
http://www.isuppli.com/Media-Research/News/Pages/US-Audiences-to-Pay-More-for-Online-Movies-in-2012-than-for-Physical-Videos.aspx 

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