Was IT gegen die Stromknappheit tun kann
Holger Skurk | am 17. April 2012


Im Februar war in Deutschland der Strom knapp: Für kurze Zeit musste an der Leipziger Strombörse mehr als das Doppelte des üblichen Preises von ca. 50 € pro MWh bezahlt werden. Für die Ursache gibt es mehrere Erklärungen:

Laut Wirtschaftswoche wurde an der Strombörse spekuliert. Anstatt die im Inland benötigten Strommengen bereitzustellen, wurde Strom nach Frankreich verkauft. Da dort vorwiegend elektrisch geheizt wird, war der Preis kältebedingt auf mehr als das Siebenfache des Üblichen angestiegen. Der Strom war also eigentlich nicht knapp, sondern nur teuer.

Eine weitere Erklärung fand kürzlich das ZDF. Weil der Kälteeinbruch in Italien am 6. Februar zu einem Gasnotstand führte, wurde Erdgas aus Deutschland nach Italien geliefert. Dadurch wurden die Gasleitungen in Süddeutschland teilweise überlastet und infolgedessen einige Gaskraftwerke abgeschaltet, die dann natürlich keinen Strom erzeugen konnten.

Wenn das zutrifft, illustriert es die deutlichen Defizite bei Transparenz und Informationsfluss zwischen den Energiemarkt-Akteuren. Da aber die Wechselwirkungen von Strom- und Gasnetz in Zukunft noch wichtiger werden, besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Ein zentrales Handlungsfeld dabei ist der Einsatz von ITK in einem intelligenten Energieversorgungssystem, welches Strom-, Gas- und Fernwärmenetze zusammenfasst und koordiniert. Durch Umwandlung und Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen in Gas oder Wärme kann die Energieversorung insgesamt effizienter werden. Um die jeweils günstigste Energieform zu nutzen, bedarf es aber neuer Technologien und Prozesse, die entwickelt und erprobt werden müssen. Hierzu hat der BITKOM eine Stellungnahme veröffentlicht.

 

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